Sonntag, 11. August 2013

Eine Woche Frankreich

Eine Woche Urlaub im Morvan, eine Woche Urlaub mit Oma, Opa und Manu, eine Woche Urlaub, in der jeder auf seine Kosten kommt - so hatten wir uns das vorgestellt. Das Programm absichtlich eingeschränkt, mit reinen Kindertagen, nur kurze Wanderungen.
Und trotzdem müssen wir alles noch einmal überdenken. Denn so, wie wir bisher Urlaub gemacht haben, funktioniert das nicht mehr. War das große Kind im letzten Jahr noch damit zufrieden, einfach dabei zu sein, hier und da ein Tier zu sehen und aus seiner Kraxe den Rundumblick zu genießen, so will er jetzt hauptsächlich eines: Spielen. Wandern, eine Burg besichtigen, einkaufen gehen, das will er zwar alles auch, aber wenn darüber der Tag verstreicht und man anschließend ins Bett soll, dann geht das schonmal garnicht. Und Spielen geht daheim sowieso viel besser - inmitten all seiner Kostbarkeiten. Ab Mittwoch hat das große Kind also angefangen zu jammern, es möchte nach Hause, teilweise mit größter Vehemenz. Und immer dann, wenn wir vom Ausflug zurück zum Ferienhaus fuhren, er aber lieber daheim wieder aussteigen wollte. Da kann man sich dann auch schon einmal weigern, aus dem Auto wieder auszusteigen.
Müssen wir also viel mehr Spielzeug mitnehmen, das Programm ausschließlich auf die Kinder zuschneiden - oder die Phase einfach aussitzen, da im nächsten Jahr die Karten sowieso wieder neu gemischt werden. Wahrscheinlich etwas von allem. Aber Urlaub wie bisher gibts erst in vielen Jahren wieder: wenn die Kinder selbst Interesse am Umland entwickeln - oder keine Lust mehr haben, die alten Eltern zu begleiten. Und bis dahin wird der nahe Sandelstrand wohl mehr Einfluss auf die Wahl des Urlaubsortes haben als jede noch so interessante Gegend es jemals haben könnte...

Oder wie sieht euer Kinderurlaub so aus?

Schön wars übrigens trotzdem. Elias wollte ja nicht die ganze Zeit heim. Nur Mittwoch und Donnerstag Nachmittag kam dieser Wunsch auf. Gewundert hat mich nur die Vehemenz und dass es überhaupt dazu kam. (War Urlaub für uns nicht immer das Größte?)

Rechts: Bibracte. Viel Wald, wenig Kelten. Aber wunderschön. Nur warum das Museum das tollste Keltenmuseum überhaupt sein soll, hat sich mir nicht ganz erschlossen.

Elias lernt das Laufradfahren. Bisher ist er ja eher langsam durch den Garten gelaufen, jetzt rollt er schon richtig flott durch die Gegend! Sogar kleine Hügel sind kein Hindernis mehr, Füße hoch und losgesaust!
Jeden Abend hat er mit dem Papa seine Runde gedreht, die sich im Laufe der Woche deutlich vergrößert hat. Ansonsten war das Laufrad sein Feuerwehrauto, mit dem er im Garten zu den verschiedensten Unfällen fahren musste...

Wunderschöne Wanderung: kleine Kletterwege, haarsträubende Flussüberquerungen, schweißtreibende Aufstiege und viel Wald. Alles eingedampft auf drei Stunden. Mit Ronja in der Bauchtrage teilweise etwas gewöhnungsbedürftig, da ich einfach meine Füße nicht sehe. Aber mit Hilfe gings, sonst hätte ich den Fluss nicht auf Steinen überquert sondern das Wasser durchwaten müssen... ;-)

"Geht ihr mal weiter, ich mache nur bissle Pause..."
(Alternativ hieß es aber auch: "Bleib du da sitzen, ich tomm gleich wieder!")

Rechts: Opa mit Ronja am See.
Denn zum Abschluss gab es noch einen Tag nach Elias Geschmack: buddeln am Wasser, planschen, Bootchen fahren. Entspannung für alle Mitreisenden.
Leider war es nur zum Baden schon etwas zu kalt. Das Wasser war zwar noch warm, aber es war windig und hatte nur noch 20 Grad.

Vor der Heimfahrt noch der tägliche Ausspruch von Elias: "Die Ronja hat darnichts desehen. Die läft immer!" Kleinmädchen schläft nämlich schon ein, wenn sie die Bauchtrage nur wittert - während der Wanderung, auf dem Schiff, beim spazierengehen...

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