Donnerstag, 5. September 2013

ein halbes Jahr

ist unsere Maus jetzt auch schon alt. Vieles hat sich verändert, vieles ist beim Alten geblieben. Die Prophezeiung: "halb so viel Schlaf, doppelt so viel Wäsche" hat sich glücklicherweise nicht bewahrheitet. Eigentlich schlafe ich gerade sogar besser als jemals in den letzten zweieinhalb Jahren - da Elias seit vier Wochen endlich auch mal durchschläft und viel weniger Theater macht; und die Kleine diesbezüglich ein echtes Traumkind ist. Im wörtlichen und übertragenden Sinne, denn sie träumt nachts überwiegend. Klar kommt sie noch zum essen - aber nur kurz und danach schläft sie sofort wieder ein. Ansonsten hat sich unser Familienleben eigentlich viel weniger verändert als erwartet. Klar sind da jetzt zwei Kinder, die Aufmerksamkeit fordern. Klar ist es für Elias manchmal schwierig, nicht mehr der alleinige Prinz zu sein. Und klar muss man sich jetzt wieder viel mehr nach festen Schlafens- und Essenszeiten richten. Aber alles in allem läuft der Alltag mit Kind recht unbeeindruckt weiter, egal ob nun mit einem oder mit zweien.

Und wie ist Ronja nun so, mit einem halben Jahr:
Ein Merkmal fällt mir da sofort ein, noch vor allen anderen:
Fröhlich! Ich kann mich an keinen Tag in den letzten sechs Monaten erinnern, an dem sie mal schlecht drauf gewesen wäre. Eigentlich ist sie die ganze Zeit am lachen. Klar weint und motzt sie auch mal, aber (abgesehen von den ersten vier Wochen) immer mit erkennbarem Grund. Und ist die Ursache beseitigt, lacht sie wieder.
Gemütlich. Ja, das ist sie auch. In Zeitlupe dreht sie sich, in Zeitlupe kugelt sie übers Bett. Schnelle Bewegungen sind ihre Sache nicht. Dabei sieht das so alles viel anstrengender aus, als es mit etwas mehr Tempo sicherlich gewesen wäre.
Gesprächig. Ronja macht gerne Töne. Allerdings plappert sie nicht nur, sondern sie grunzt und stöhnt. Und das sehr laut. Kürzlich stand ich im Laden neben der Tiefkühltruhe, in der so ein Kerl herumwühlte - als die junge Dame auf meinem Arm eine lautstarke Grunz- und Stöhntirade anstimmte. Ihr hättet mal das Gesicht von dem Typ sehen sollen, als er aus der Tiefkühltruhe aufgetaucht ist. Völlig entgeistert.
Neugierig. Ja, das ist sie auch. Sie beobachtet. Sie muss alles haben, anfingern, anlutschen. Und dann wieder schauen und beobachten. Wie sich das halt so gehört, in dem Alter.
Verschmust. Mein Schmusebaby. Das ist ja so schön, nachdem der große Wicht schon als kleiner Wicht immer nur weg und hoch und gucken und vorwärts wollte. Ronja frisst mich dagegen regelmäßig fast auf, und kuschelt und knuddelt wie ein Weltmeister.


Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen